Das Gewicht des Glases

Das Gewicht des Glases

Es war einmal ein Psychologieprofessor, der während eines Vortrags ein Glas Wasser erhob und anstelle der erwarteten Frage “Ist das Glas halb leer oder halb voll?”, fragte: “Wie schwer ist dieses Glas?“

Er antwortete sich selbst: “Aus meiner Sicht spielt das absolute Gewicht dieses Glases keine Rolle. Es kommt darauf an, wie lange ich es halte. Wenn ich es für eine oder zwei Minuten halte, ist es ziemlich leicht. Wenn ich es eine Stunde lang halte, wird mein Arm sich verkrampfen und sich völlig taub und gelähmt fühlen. Es einen Tag lang zu halten, wäre unmöglich.

Das Gewicht des Glases ändert sich nicht, aber je länger ich es halte, desto schwerer fühlt es sich für mich an.”

Was sind Metaphern?

Was sind Metaphern?

Oft werden Metaphern mit Poesie assoziiert und zwar als bildhaftes Ausdrucksmittel. Sie sind als Redefiguren bekannt, die den Sprachgebrauch ästhetisch ergänzen. Bereits Aristoteles in der Antike hat die Metaphern in seinem Werk „Poetik“ als rhetorische Mittel analysiert. Der Linguist George Lakoff hat die so genannten konzeptuellen Metaphern in der Alltagssprache erforscht.
Metaphern prägen unsere Denkprozesse und sind für das Erfassen vieler Begriffe unumgänglich. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass wir in einem normalen Gespräch pro Minute sechs Metaphern benützen.

Was macht eine Metapher aus? Wodurch unterscheidet sie sich von einem Symbol? Oft werden beide Begriffe sogar als Synonyme benützt. Mit beiden lässt sich ein Konzept durch etwas anderes wiedergeben. Beide haben Form und Inhalt, oder Ausdruck und Bedeutung. Beim Symbol ist die Beziehung zwischen Form und Inhalt willkürlich. So gibt es beispielsweise keine natürliche Beziehung zwischen einer Nationalflagge und dem Land, dessen Symbol sie ist. Diese Beziehung ist eine soziale Konvention.

Bei den Metaphern hingegen besteht eine natürliche assoziative Beziehung zwischen Form und Inhalt. Diese Assoziation kann auf Ähnlichkeit basieren (Zahnrad), auf der Beziehung eines Teils zum Ganzen (kluger Kopf), oder auf der Beziehung zwischen einem Gegenstand und dem Material, aus welchem er gemacht ist (Er hat eine schöne Keramik-Sammlung), um nur drei Möglichkeiten zu nennen.

Das Prinzip der Assoziation ist also das, was, den Metaphern zu Grunde liegt.

Metaphern können auch Wertungen über Sachverhalten und Situationen ausrücken. Die Begriffe „Höhe“ und „Tiefe“, sind oft, jedoch nicht immer, entsprechend positiv und negativ gefärbt:

(-) tief und nieder wie in niedergeschlagen;
(+) hoch und auf wie in aufgestellt;

Metaphern als präziser Ausdruck von Gefühlen und Emotionen

Wie spricht man von den Personen in seiner Umgebung, zum Beispiel: die Schwalbe, die Eule, die Nachtigall, der Falke, der Spatz, die Gans, die Taube, der Adler, der Kauz? Die Bezeichnung enthaltet sowohl eine Wertung als auch eine emotionale Beziehung.

Wenn jemand sagt: “Im Moment bin ich wie in Knoten gebunden.”, wissen wir doch, dass der Mensch nicht wirklich oder physikalisch in Knoten gebunden ist, sondern auf ihre Gefühle über ihre aktuelle Situation Bezug nimmt.

In einer Coaching Methode, Clean Language (Die reine Sprache), interpretiert man die Metaphern des Anderen wörtlich und stellt dazu Fragen: Wo ist dieser Knoten? Wie ist dieser Knoten? Womit lässt sich dieser Knoten vergleichen? Die Antworte offenbaren mehr über das Denken des Gegenübers und die Art und Weise, wie seine Blockaden entstanden sind, beziehungsweise sich auflösen lassen.

Metaphern als Denkinstrumente

Der markanteste Beispiel wie Metaphern jedoch unsere Kognition prägen ist unser Zeitbegriff. Ist Ihnen aufgefallen, dass wir gar nicht von der Zeit sprechen können, ohne Raumprädikate zu benützen? Vor, nach, um, das sind alles Ortsprädikate! Der Raum ist eine Metapher für die Zeit.

Das ist alles massiv vereinfacht, aber es veranschaulicht den Punkt, dass Metapher nicht nur eine Redefigur sind, sonder ein Denkmittel und als solches prägen sie enorm unser Leben und unsere Realität.

Ich lade Sie ein, achtsam ihre Sprache und die Sprache des Gesprächspartners zu beobachten, weil die darin enthaltenen Metaphern viel mehr über die eigene Realität und die Realität des Gegenübers aussagen, als Ihnen bewusst ist.

Anbei eine Geschichte, die sich zu Beginn wortwörtlich liesst, und allmählich ins Metaphorische übergeht:

Schütteln Sie Ihre Probleme ab!

Eines Tages fiel ein Esel in eine Grube. Das Tier schrie und wimmerte stundenlang, während sein Besitzer überlegte, was zu tun sei. Schliesslich beschloss er, da das Tier alt war, den alten Esel genau dort zu begraben.
Er holte eine Schaufel und begann, die Grube zu füllen. Der Esel schrie und schrie, dann verstummte er plötzlich. Nach einer Stunde hektischen Schaufelns, gönnte sich der Bauer eine Pause. Zu seinem Erstaunen sah er seinen alten Esel aus der Grube springen und wegrennen! Wie war das möglich? Anfangs, als der Esel merkte, was los war, schrie er noch kläglich. Aber dann traf das kluge Tier eine Entscheidung und schmiedete einen Plan. Er schüttelte den Schutt von seinem Rücken ab und formte so einen Haufen unter sich. Schliesslich wurde der Haufen hoch genug so dass er aus der Grube springen könnte.

Manchmal deckt einen das Leben mit allen Arten von Schmutz zu. Der Trick, um aus der Grube herauszukommen, ist es, den Schmutz einfach abzuschütteln, auf Ihn drauf zu steigen und einen Schritt nach oben zu machen.

© 2021 Teodora Rudolph

Focus and Problem Solving

Focus and Problem Solving

Have you ever noticed how, often, when we say “I need X in order to have Y”, it is the other way round: how you need Y in order to have X or how if you had Y, X would be a natural consequence of Y?

For example, you may want to increase your professional success and earn more money (X) in order to have a higher self-esteem (Y). How about considering how much better you would be as a professional if you increased your self-esteem first? What if performing better and earning more monetary rewards turned out to be a direct consequence of having a higher self-esteem? So considering what everything is that makes up your self-esteem may lead you to answers such as competence, confidence, improving your physical condition or taking care of interests so that if you had more of these, you would have more self-esteem that would enable you to perform better and earn more money. Do you see how the equation is reversed and Y is the key to X, not the other way round?

Or another example: many banks declare nowadays “We need a strong wealth management in order to have a strong international private banking” and lock in their resources into this perceived solution. How about asking: what is everything else besides wealth management that makes for a strong international private banking? That’s right! A strong wealth management may actually be a direct result of a strong international private banking and not the other way round. So, considering what everything else is that is necessary for a strong international private banking may create the very conditions needed for a strong wealth management, how about that?

Problems have a way of locking in the focus of attention and ironically, so do solutions! As the saying goes, the solution is the problem. Fixing your focus on one perceived solution may well be the very same thing that keeps you stuck by locking in your resources and thus keeping in place the problem you are attempting to solve.
Unlocking your focus is therefore crucial and, may well be all you need in order to solve a problem!

There are times to focus and there are times to de-focus. I can help you learn the difference using state of the art tools backed by neuroscience research.

Book a session now!

© 2021 Teodora Rudolph

Das Geheimnis von Scheherazade,  der Zeigarnik Effekt und strategische Unterbrechungen

Das Geheimnis von Scheherazade, der Zeigarnik Effekt und strategische Unterbrechungen

Scheherazade ist die Erzählerin der morgenländischen Geschichten von Tausendundeiner Nacht. Jede Nacht erzählt sie dem König, der sie am nächsten Morgen töten lassen will, eine Geschichte. Sie erzählt und erzählt, am Morgen ist die Geschichte jedoch immer noch nicht zu Ende. Neugierig auf die Fortsetzung, lässt der König Schecherezade am Leben. Dieses Spiel geht 1001 Nacht so weiter. Am Ende sieht der König davon ab, sie umzubringen. Was geht hier vor? Es ist der Zeigarnik-Effekt im Spiel!

Der Zeigarnik-Effekt ist ein psychologischer Effekt über unser Erinnerungsvermögen. Es geht um den Gegensatz zwischen abgeschlossenen und unterbrochenen Dingen. Man erinnert sich an unterbrochene, unerledigte Aufgaben besser als an abgeschlossene. Eine angefangene Sache baut eine Spannung der Aufmerksamkeit auf, die dann mit dem Abschluss abgebaut wird. Bei einer Unterbrechung bleibt die Spannung erhalten. Die Aufgabe bleibt im Gedächtnis. Und, interessanterweise, ist dieser Effekt auch in der Arbeitspsychologie am Werk. Unterbrochene Aufgaben benötigen gesamthaft manchmal weniger Zeit als Aufgaben, die an einem Stück erledigt werden. Interessant, nicht wahr!? Wer kennt den Spruch nicht „Ich schlafe darüber“ und tatsächlich ergibt sich am nächsten Tag ist eine Lösung!

Warum ist das für Redner und Geschichtenerzähler interessant zu wissen? Weil wir unsere Reden und Geschichten auf ähnliche Weise spannender machen können! Da kommt der Begriff „Verschachtelte Schleifen“ zum Zug, auf Englisch „Nested Loops“. Die Bezeichnung wurde aus der Informatik entlehnt. Das sind bewusst eingelegte Unterbrüchen in der Erzählung. Das geht so: man beginnt mit einer Geschichte, oder einem Thema, unterbricht sie jedoch auf dem Höhepunkt, man beginnt eine zweite Geschichte, unterbricht sie auf dem Höhepunkt, beginnt eine dritte Geschichte und unterbricht auch diese auf dem Höhepunkt. In diesem Moment ist die Aufmerksamkeit der Zuhörer so zugespitzt, dass hier die beste Stelle ist, die zentrale Aussage zu machen. Sei es einen Aufruf zur Handlung, oder einen prägnanten Spruch mit welchem ein Vorgesetzter seine Mitarbeiter motivieren will, das ist der Moment, dies zu tun!

Es ist nämlich ein Grundgesetz der Kommunikation, dass es weniger wichtig ist, was gesagt wird, sondern viel wichtiger ist es, was beim Zuhörer ankommt. Eltern von Teenagern können dies bestätigen. Die verschachtelten Schleifen sind also eine gute Methode, Inhalte dynamisch und spannend zu präsentieren in dem die Spannung geschickt aufgebaut und die Aufmerskamkeit des Zuhörers zugespitzt wird.

Und dahinter ist die Wirkung des Zeigarnik-Effekts! Und das ist auch, was Scheherezade das Leben rettete!

Haben Sie also den Mut Unterbrüche zu machen und verschachtelte Schleifen in Ihre Reden einzubauen! Das geht elegant mit Einführungen wie „Oh, dass erinnert mich an etwas Anderes“. Ihre Geschichten werden dadurch nur spannender werden!

Viel Spass beim experimentieren!

Afformations instead of affirmations

Afformations instead of affirmations

Affirmations are a big industry!

There are many books and recordings that echo the famous affirmation of Emil Coueé: “Every day in every way I am getting better and better!” And affirmations do work because they trigger the placebo effect which is powerful, as research shows.

But there are limits to how far an affirmation can go before it turns into wishful thinking. In fact, there can be negative effects due to the discrepancy between the current state of affairs and the desired one. The difference between how I am feeling and how I want to be feeling can feel very bad!

Here is a better way to get into a better-feeling state: some call it “afformation“! You put the affirmation in a question form: Why am I so happy, loved, desirable, etc?
Do not answer it! Just seed the question in your mind, your unconscious mind will answer it!

Because answers are conscious and you don’t want your conscious mind to come up with the same old same old learned answers. Instead, you want your unconscious mind to go on a search for new answers. And believe me, your unconscious mind is great at this!

The question “Why?” is special too because it calls for rationalizations and justifications. You unconscious mind will come up with reasons for you to feel the way you want to feel!

Try it for yourself and let me know how it goes!

© 2021 Teodora Rudolph

Photo credit Arian Shkaki