Von Zaudern zum Handeln

Von Zaudern zum Handeln

Wir alle kennen die Situation, in der man sich sagt: “Ich mache das später, ich mache es morgen.” Das systematische Aufschieben von Aufgaben, Vorsätzen oder Entscheiden wird in der Fachsprache “Prokrastination” genannt. Prokrastination ist der Erzfeind der Leistungsfähigkeit. Erfolgreiche Menschen verfügen über Strategien Prokrastination zu überwinden, um ihre Ziele zu erreichen

Wie kann man diesen Zustand überwinden? Als Erstes ist es wichtig, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Das ist die Voraussetzung dafür, die richtige Strategie zu entwickeln, um die Probleme zu lösen. In einem ersten Teil wird auf die zwei häufigsten Ursachen eingegangen: 1) die Schwierigkeit, Prioritäten zu setzen und 2) mangelnde Klarheit über die Aufgabe oder das Ziel.

1. Ursache: Die Unfähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem und Dringendes vom nicht-Dringendem zu unterscheiden sowie Prioritäten zu setzen.

Die Aufgaben sammeln sich an. Wo soll ich anfangen? Was muss ich jetzt erledigen? Was kann ich auch später tun? Die Lösung um in diesem Fall voranzukommen ist, eine Liste aller Aufgaben zu erstellen, die dann nach Wichtigkeit und Dringlichkeit eingeordnet und zeitlich in einen Aktionsplan erfasst werden. Die Priorisierung erfolgt in drei einfachen und logischen Schritten:

A. Eine Liste aller Aufgaben erstellen:
Bereits der Umstand, dass die Dinge niedergeschrieben werden, hilft, diese in ihrer Gesamtheit im Blick zu behalten und Klarheit über das Ziel zu gewinnen. Manchmal ist es sinnvoll, Aufgaben in Teilschritte zu zergliedern.

B. Sortieren und Prioritäten setzen:
Die anfallenden Aufgaben können gemäss Wichtigkeit und Dringlichkeit sortiert werden:

Priorität 1: „Dringend und wichtig“

Priorität 2: „Dringend, jedoch unwichtig“ oder „Wichtig, jedoch nicht dringend“

Priorität 3: „Nicht dringend und nicht wichtig“.

C. Fristen setzen, für regelmässige Kontrolle sorgen… und los legen:
In diesem Schritt werden die Aufgaben gemäss der zugeteilten Priorität in einen Kalender eingetragen. Es ist wichtig, realistische Zeitrahmen zu setzen. Für langfristige Projekte kann es sinnvoll sein, auch Termine für die Zwischenkontrolle festzulegen. So wird ein Überblick sichergestellt, welcher es erlaubt, die Prioritäten und die Termintreue zu gewährleisten.

2. Ursache: Mangelnde Klarheit über die Aufgabe oder das Ziel.

Es ist schwierig, sich vorwärts zu bewegen, wenn die Sicht schlecht ist. Wenn die Aufgabe nicht klar ist, und wenn man sich über die Richtung unsicher ist, ist es normal, dass der Anfang schwer fällt. Vielleicht aus Angst, alles noch ein mal von vorne beginnen zu müssen, oder das Ergebnis völlig falsch sein könnte.
Sie haben eine gute Idee, können sie aber nicht umsetzten, weil Ziel und Aufgabe viel zu vage sind. Stellen Sie sich vor, Ihr(e) Vorgesetzte(r) verlangt von Ihnen, die Qualität Ihrer Arbeit zu verbessern, ohne Ihnen weitere Informationen zu geben. Was genau soll das Ziel sein und wie sollen Sie vorgehen? In einer solchen Situation helfen folgende Fragen:

– Welche Ergebnisse werden angestrebt und was ist der erwartete Nutzen?
– Welche Ressourcen, welche Fertigkeiten, Personen oder finanzielle Mittel braucht es dafür?
– Wer muss beteiligt sein, damit das Ziel erreicht wird?
– Bis wann muss das Ziel erreicht, beziehungsweise die Aufgabe erfüllt sein?
– Was lässt mich wissen, dass das Ziel erreicht ist? Welche Kriterien sind entscheidend, um die Erreichung des Ziels zu messen?

Wenn das Ziel oder die Aufgabe nicht klar ist, gehen Sie wie ein externer Fachmann vor. Fassen Sie das zusammen, was Sie verstanden haben, in dem Sie die gleichen Fragen wie oben stellen. Dann können Sie die Themen den beteiligten Parteien zukommen lassen und eine Diskussion auslösen. Mit den erhaltenen Kommentaren und Einsichten kann das Ziel oder die Aufgabe präziser formuliert werden. Diese Vorgehensweise ermöglicht es auch, die Beteiligten schon sehr früh in den Lösungsprozess zu integrieren. Dadurch erhöht sich das persönliche Engagement der beteiligten Personen. Das Thema Zielsetzung wird in weiteren Blogbeiträgen ausführlicher behandelt.

Nach der anfänglichen Zielklärung, soll ein erster Schritt in die gewünschte Richtung gemacht werden. Auch wenn dieser nicht zu 100% mit dem Ziel übereinstimmt, besteht immer die Möglichkeit, den nächsten Schritt anzupassen. Wichtig ist, eine Dynamik auszulösen und in Bewegung zu bleiben. Mit dem ersten Schritt wird zudem die anfängliche Blockade gelöst.

Und, falls Sie später wieder damit beginnen, Aufgaben aufzuschieben, nehmen Sie sich Zeit, die bereits zurückgelegte Strecke zu begutachten. So gewinnen sie wieder Zuversicht in die eigene Leistungsfähigkeit.

Im nächsten Teil wird auf die tieferen psychologischen Ursachen der Prokrastination eingegangen: Faktoren wie Überwältigung durch das Ausmass der Aufgabe, Ängste oder vergangene Erlebnisse und Erfahrungen, die die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.

Bis jetzt wurden die zwei häufigsten Ursachen der Prokrastination besprochen. Es gibt jedoch andere, tiefere und subjektive Ursachen, die die Leistungsfähigkeit einschränken und die Motivation voranzukommen beeinträchtigen können. So kann zum Beispiel der Umfang der Aufgabe überwältigend erscheinen; oder vergangene negative Erfahrungen können zu Unlust zum Handeln führen. Im Folgenden wird auf 6 weitere Ursachen der Prokrastination und entsprechenden Strategien zu deren Überwindung eingegangen.

3. Überwältigung: Man fühlt sich völlig überfordert, die Aufgabe scheint riesig und überwältigend zu sein. Manchmal sagen wir “Ich schaffe das nie.” oder “Heute bin ich nicht in der Stimmung.” und dann geben wir irgendwelchen Nebensächlichkeiten den Vorrang oder sitzen einfach vor einem leeren Blatt und sind nicht in der Lage, vorwärts zu machen. Es gibt mehrere Vorgehensweisen, eine solche Blockade zu lösen:

A. Das Ganze in Unterbereiche und Teilaufgaben aufgliedern. Besonders bei grösseren Projekten sind die Aufteilung in Zwischenziele und die Festlegung einer überschaubaren Struktur die ersten unumgänglichen Schritte. Dies allein lässt die Bewältigung der Aufgabe realistischer erscheinen. Es ist wie beim Aufzeichnen der Reise auf einer Karte: das Projekt oder die Zielerreichung nimmt Gestalt an und wird lebendig und realistisch. Oft ist man sich einfach nicht bewusst, dass, wenn ein Anfang gemacht worden ist, die Stimmung folgt. Also, selbst, wenn man nicht in der Stimmung ist, ist es umso wichtiger, einen kleinen Teil der Aufgabe trotzdem aufzunehmen. Und selbst, wenn die produktive Stimmung ausbleibt, wird Disziplin trainiert. Man beweist sich, “Ich kann trotzdem handeln und das, was mir wichtig ist, tun.” Und diese Fähigkeit zu besitzen ist fantastisch!

B. Konzentrieren Sie sich auf den bevorstehenden Abschnitt! Sie wissen, wohin Sie wollen, aber der Weg ist lang, der Mut verlässt Sie und Sie fragen sich “Wozu weitermachen?”. Machen Sie es wie der Läufer, der bei langen Strecken seinen Fokus auf den jeweils nächsten Meilenstein richtet. Das nächste Teilziel muss nah genug und erreichbar sein. Von dort kann man auf die zurückgelegte Strecke blicken und Mut schöpfen.

C. Eine Abkürzung suchen! Gibt es möglicherweise einen einfacheren oder kürzeren Weg? Was müssen Sie selbst erledigen und wo können Sie sich helfen lassen? Es gibt Schlüsselmomente wie vor dem Start eines Projekts oder beim Erreichen von Zwischenschritten, bei denen es sich lohnt, innezuhalten und sich genau diese Fragen zu stellen. Nicht jeder Halt muss mit Prokrastination gleichgesetzt werden. Nutzen Sie die Zeit, um sich grundsätzliche oder strategische Fragen zu stellen.

4. Ganz einfach, Angst: Angst vor dem Versagen oder Angst vor dem Erfolg und den Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Eine Präsentation, ein Interview oder eine wichtige Prüfung rückt immer näher, aus der letzten Woche wird der letzte Tag, der letzte Abend. Manchmal fallen wir in eine Negativspirale, je länger wir warten und zaudern, desto unüberwindbarer erscheint die Hürde und umso grösser wird die Angst davor. Somit ist Angst sowohl Ursache als auch Ergebnis der Prokrastination.

Wenn solche hinderliche Gewohnheiten wiederkehrende Muster bilden, lohnt es sich, diese genauer anzuschauen. Oft stehen einschränkende Glaubenssätze dahinter, die sich aus negativen Erfahrungen oder früheren Fehleinschätzungen und sozialen Prägungen aus der Kindheit ergeben haben. Man kann jedoch auch aus negativen Erlebnissen positive Lehren ziehen und diese produktiv einsetzen. Gerade diesbezüglich kann ein Coach eine nützliche externe Perspektive einbringen. Ich erinnere mich an ein Interview mit dem Olympiasieger Michael Gross, in dem er sagte, mit was für einer Einstellung er am Start steht: er sagt zu sich, “Ich habe nichts verloren und nichts gewonnen, ich habe jedoch die Möglichkeit, etwas zu gewinnen und ich freue mich zu zeigen, was in mir steckt, dafür habe ich ja trainiert.”

5. Perfektionismus: Wir haben manchmal zu grosse Erwartungen an uns selbst, nichts ist gut genug. Meistens ist jedoch “gut genug” einfach gut genug, Mehr als gut anzustreben entfernt uns von dem, was wirklich notwendig ist. Wir widmen womöglich Nebensächlichkeiten viel zu viel Zeit und dies sogar auf Kosten des Wesentlichen. Das Paretoprinzip auch Pareto-Effekt genannt, beschreibt dieses Phänomen: 80% der Ergebnisse werden mit 20% des Gesamtaufwandes erreicht. Die verbleibenden 20% der Ergebnisse benötigen 80% des Gesamtaufwandes und somit die meiste Arbeit.
Manche würden sagen, dass der Teufel im Detail steckt. Doch, anstatt zu versuchen, alle Details zu klären, warum diese nicht nach Wichtigkeit einordnen und sich auf die Prioritäten konzentrieren?
Es ist wichtig, sich darüber klar zu sein, dass Perfektion nicht existiert und daher ein sinnloses Kriterium ist. Es ist besser, etwas Fehlerhaftes zu produzieren und aus den Rückmeldungen zu lernen. So funktioniert das menschliche Lernen: wir bauen auf früheren Schritten und Lernbausteinen auf.

6. Mangel an Selbstvertrauen: Manchmal fühlt man sich einer Aufgabe nicht gewachsen. In diesem Fall ist es ratsam, die eigenen Überzeugungen und Glaubenssätze über sich selbst zu überprüfen. Wichtig ist auch, die möglichen Konsequenzen einer Handlung, bzw. Nicht-Handlung einzuschätzen. Die folgende Geschichte aus Indien veranschaulicht das. Beim Bau des Taj Mahals trugen unzählige Arbeiter Steine aus dem Steinbruch auf die Baustelle, Tag für Tag, Stunde um Stunde, unter einer sengenden Sonne. Eines Tages kam ein Fremder vorbei und betrachtete diese eindrucksvolle Szene. Wie überrascht war er, als er unter den ununterbrochenen Fluss der Arbeiter Einen sah, der mit einer besonderen Aura und einem Lächeln den Eindruck erweckte, als freue er sich, diese anstrengende Aufgabe auszuführen. Verwundert fragte der Fremde den Arbeiter, weshalb er so glücklich aussehe? Dieser antwortete: “Ich baue das Taj Mahal, eines der Sieben Weltwunder der Welt.” Andere Arbeiter hätten ihm ihre Arbeit wohl als blosses Tragen von Steinen beschrieben. Den tieferen Sinn einer Sache zu sehen, hilft die Motivation und den Mut zu steigern.

7. Stress. Stress ist einer der grössten Feinde der Leistungsfähigkeit und der Kreativität. Und ohne Kreativität ist es schwierig, sich die nächsten Schritte vorzustellen und zu planen. Stressbewältigung ist daher von zentraler Bedeutung, wenn es darum geht, diese Ursache der Prokrastination zu überwinden. Das ist ein Thema für einen weiteren Blogbeitrag. Allgemein lässt sich sagen, die Strategien zur Stressbewältigung sind sehr individuell, der Eine joggt, ein Anderer spielt Gitarre, und manchmal reicht sogar eine kurze Atemübung um aus einem Produktivitätstief herauszukommen.

© 2022 Teodora Rudolph

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How to be more productive

How to be more productive

There is a difference between being busy and being productive, right? And we are all different, some are night owls, some are early birds, right? With regards to productivity, the early birds have an advantage. Psychology research has shown that the first 2-4 hours of your day are your most productive time: you can solve more problems and develop better ideas. Your brain is operating at peak efficiency in this time slot.

Several tips to keep in mind:

1. Begin your day with the important stuff. Start with the big stuff. If you think you have to get the small stuff out of the way first, you are likely not going to get round to the big stuff. Leave the easier work for the afternoon.

2. Plan your day backwards. If you plan to finish your work at 6 pm., make a plan: what do I have to have finished today by all means? Start with that.

3. Do less stuff but do it better. Multitasking is counterproductive. Do each item individually and focus on it completely. Cut out all distractions.

4. Make sure you have a good quality and quantity of sleep. Most people are sleep-deprived and sleep-deprivation lowers your IQ. Between 23-2, there is the magic window when the organism recuperates. Aim for being asleep before 23.

5. Power naps are very useful and increase your productivity. The ideal time is 10 min. The benefits are increased concentration, better creativity. Do not sleep more that 30 minutes though, because longer than that messes your natural sleep cycle.

6. The biggest predictor of success is feeling in control. The number one cause of stress at work is feeling out of control. Whatever gives you a sense of control (scheduling, planning), increases your productivity.

7. Celebrating and acknowledging: end your day by writing your successes in a journal. Thinking about past success and seeing patterns of progress makes you more resilient. At the end of the day write what things went well today, what you were good at, what you are grateful for. A success journal forces you to organise your thoughts around success and is a good habit to get into, because where attention goes, energy flows and something grows, as one of my mentors often says.

8. If you fail to plan, you are planning to fail. Have a to-do-list. Start with something bigger, with a goal, in order to fill it with productive work, not just with business. This also gives you the pleasure of crossing things off the list and celebrate successes. The to-do list of successful people, according to research, includes 1-3 things only but these things are important. A 5-year goal, a 1-year goal, a 1- month goal, etc. gives a perspective on what is important to you. You need the ability to measure progress, otherwise you don‘t know if you are making progress. Successful people make a week‘s plan on Sundays. Before they go to bed, they plan the whole week as well as the 1-3 must-get-done-tomorrow items on the to-do list for the next day so that your mind keeps working on it overnight. This also gives you a sense of control.

Let me know how it goes!

Babylonian Lottery

Babylonian Lottery

The notion of Babylonian lottery was borrowed from a short story by Jorge Luis Borges and it is about the role of chance in scientific success. The lottery in Babylon begins as a simple game of chance, as time goes by though increases in complexity. While in the beginning all Babylonians understand how it works, over time fewer and fewer do. Despite this, the tradition of the lottery is continued every year even though the original meaning has long been lost to most. This lottery tradition is about running same old-same old algorithms in a context of growing complexity while attempting to determine different outcomes. Sounds familiar?

How can you regain a sense of purposefulness in such a situation? I suggest Storytelling. Storytelling is about backtracking the algorithm to check where it got out of hand. It is about filling the gaps with lessons and learnings. Storytelling is a tool of getting the upper hand on chance. Curious? Make an appointment to find out more!

 

Halten Sie Ihre Ziele SAUBER!

Halten Sie Ihre Ziele SAUBER!

Ronnie Amsler, der berühmte NLP-Trainer, hat den Kürzel SAUBER entwickelt.

Zuerst ein mal, was ist das Gegenteil von SAUBER? Unsauber, unrein, kontaminiert! Womit kontaminiert? Mit dem ganzen Kampf der Ziel-Verfolgung, mit dem Gefühl des Fehlens und Nicht-Habens. Wenn Sie trotz aller Widrigkeiten ein unsauberes Ziel erreichen, wird es zum Auslöser für alle unangenehmen Gefühle und Gemütszustände, die Sie auf dem Weg dorthin erlebt haben. Sie stehen am Endziel und denken: ist das alles, wo ist die Befriedigung, die Freude? Bekannt? Ja, das haben wir alle mal erlebt, vor allem mit Zielen, die uns jemand anders gesetzt hat. Darum ist es wichtig, dass die Ziele sauber sind!

Bevor ich auf SAUBER eingehe, möchte ich ein Paar Gedanken darüber mitteilen, wieso man sich überhaupt Ziele setzen soll.

Psychologische Studien zeigen, wie der Mensch Aufwand und Gewinn mit der Wahrnehmung der Zeit verbindet.
Der Aufwand liegt stets in der Gegenwart, der Gewinn jedoch in der Zukunft.
Im Hier und Jetzt liegt die ganze Aufmerksamkeit auf dem Aufwand (Was kostet das?). Stellt man sich jedoch die Zukunft vor, liegt die Aufmerksamkeit auf dem Gewinn (Was habe ich davon?). Ziele sind daher Projektionen in die Zukunft und bringen den Fokus auf den Gewinn. Die dadurch hervorgerufenen positiven Erwartungshaltungen bewirken einen entsprechend positiven Gemütszustand. Und positive Gemütszustände braucht man, um gute Entscheide zu treffen, denn aus schlechten Zuständen können nur schlechte Entscheide entstehen. Entscheide werden eben in der Gegenwart getroffen, nicht in der Zukunft. Das Ziel, das in der Zukunft liegt, aktiviert die Motivation in der Gegenwart, die notwendig ist um Entscheide zu treffen und umzusetzen.

Wie entstehen unsaubere Ziele?

Jetzt, wo wir wissen, was unsaubere Ziele sind, schauen wir uns an, wie sie entstehen!

Beispiel: Ich will X, weil ich X brauche um Y zu sein. Ich brauche ein Jurastudium, um in der Lage zu sein, eine Familie zu haben. Ich brauche einen Ferrari, um bei Frauen Erfolg zu haben.
Sehen Sie das Problem mit solchen Zielen? Das „Ziel“ ist ein Mittel um ein anderes Ziel zu erreichen, man glaubt, dass X Voraussetzung für Y ist. Das eigentliche Ziel ist Y, man will eine Familie haben. Nicht nur ist X nicht oft gar nicht notwendig für Y, es kann sogar ein Hindernis sein, weil es unnötig Ressourcen verschlingt. Während man auf X fixiert ist, wird Y in die Ferne oder gar in die Unmöglichkeit geschoben.

Was sind dann saubere Ziele?

Das sind die eigentlichen Gemütszustände, die man sich vom Erreichen des vermeintlichen Zieles verspricht, das, was man erwartet, dass man sein, haben oder tun wird, wenn man Y hat. Die Funktion, nicht die Form, ist das echte Ziel!

Fragen Sie sich:
1. Was will ich? X
2. Was würde mir X geben, wenn ich es hätte? Y
3. Was würde Y für mich erfüllen? Z

Z ist also der Wert, welcher mit dem sauberem Ziel erfüllt wird und somit das echte Ziel! Meistens sind das abstrakte Dinge wie Freiheit, Selbstrespekt, Selbstbewusstsein, Autonomie, etc.

Wie werden saubere Ziele gesetzt? Mit dem SAUBER-Formel!

Fragen Sie sich:
Wie weiss ich, dass ich Z erreicht habe?
Wie fühle ich mich dabei?
Wie nehmen mich andere wahr?
Was sagen andere zu mir? Über mich?
Was denke ich, wie nehme ich mich selbst wahr?

Mit diesem Fragen eruieren Sie den Endzustand, der das eigentliche Ziel ist. Die SAUBER-Formel hilft, diesen Endzustand zu beschreiben.

Sinnes-spezifisch: was sehe ich, höre ich, spüre ich, wenn ich das Ziel erreicht habe?

Äusserlich beobachtbar: Woran erkennt ein Aussenstehender, dass das Ziel erreicht worden ist?

Umgebung: Was könnte als Auslöser für ein neues Verhalten dienen?

Blockaden: Welche Blockaden und Hindernisse sind zu überwinden?

Effekte: Was für Konsequenzen, positive wie negative, wird das Erreichen des Ziels mit sich bringen?

Ressourcen: Welche Ressourcen stehen zur Verfügung?

Und dann?
Dann zurück in die Gegenwart, wo Sie heute in Hinsicht zu diesem Ziel stehen. Vielleicht sind Sie viel näher, als gedacht!

Nächste Frage: Wie komme ich diesem Zustand näher? Was ist der nächste Schritt, den ich jetzt schon in diese Richtung machen könnte? Immer wieder die Aufmerksamkeit zum sauberen Ziel bringen um die Gewinne von der Zukunft in die Gegenwart zu holen. Sich bereits am erreichten Ziel zu sehen und zu fühlen, wie sich der Erfolg anfühlt, ruft einen sehr ressourcenreichen Zustand hervor. Dieser ist ein Generator der Motivation. Ao ist es einfach, Entscheidungen zu treffen und Teilschritte zu planen.

Auch Etappen-Ziele sollen sauber formuliert und immer wieder in Hinsicht auf das Langzeitziel bewertet werden: komme ich dem näher, oder bin ich weiter weg? Dieses Langzeitziel wird manchmal Vision genannt, im wesentliches ist es ein grosses sauberes Ziel.

Stift und Papier bereit halten!

Halten Sie Ziele schriftlich fest! Das Schreiben hat einen Verankerungseffekt und zwingt dazu, sie genau zu formulieren.

Und gross sollen Ihre Ziele sein!
Wie Nietzsche gesagt hat: Wer ein grosses Warum hat, dem ist kein Wie zu schwer!

Apero Knigge: Dos and Don’ts beim Apero

Apero Knigge: Dos and Don’ts beim Apero

Jeder hat die Möglichkeit, sich so zu verhalten, dass die Gegenseite sagt: Was für ein netter, charmanter, angenehmer Mensch. Und insofern als wir alle Gesellschaftstiere sind, wir alle müssen mit Gesellschaftsformen umgehen. Wir alle können das, oder können es noch lernen. Auf jedem Fall kann jeder nur gewinnen, wenn er Andere mit Achtsamkeit, Achtung und Empathie begegnet. Hier sind die wichtigsten Dos and Don’ts beim Apero:

Dos:
– Vorbereitet und informiert über aktuellen Geschehnissen sein;

– 80-20 Regel: Fragen stellen, so dass das Gegenüber 80% redet.

– Die Menschen beobachten(Gesichtausdrucke/Körpersprache), bevor man entscheidet, auf wenn zuzugehen. Augenkontakt oder Nicken sind positive Signale und wirken einladend.

– Augenbrauen-Flash üben, wenn sich Blicke kreuzen. Diese Mimik (ein kurzes Anheben der Augenbrauen) ist allen Primaten gemeisam und signalisiert freundliche Absichten und Zugehörigkeit.

– Möglichkeiten wahrnehmen, anderen mit Informationen zu helfen oder einander vorzustellen.

– Mindestens eine Hand frei halten (keine Getränke oder Snacks), damit Handschütteln möglich ist.

– Ansprechbar sein – wenn Sie unnahbar erscheinen, dann werden die Leute weg von Ihnen bleiben.

– Authentisch und aufrichtig sein. Klasse zeigen, nicht sagen.

Don’ts
– Erfolg nicht an der Zahl gesammelten Visitenkarten messen.

– Üben den Schulter des Gesprächspartners schauen, ob jemand Interessanter da ist.

– So tun als wäre man gescheiter oder kompetenter als die Anderen um aufzufallen.

– Negative Annahmen über Menschen, die allein stehen, fassen. Mit Vorurteilen beladen auf Menschen zugehen.

– Mit einer lauten Stimme Macht und Autorität demonstrieren.

– Sich die Finger schlecken oder keine freie Hand haben, mit der man Leute begrüssen, bzw. Visitenkarten geben/nehmen kann.

Zum Wohl und viel Erfolg!

© 2021 Teodora Rudolph