Der Schmetterlingseffekt
Der einprägsame Begriff Schmetterlingseffekt stammt von dem US-amerikanischen Meteorologen Edward N. Lorenz, der 1972 einen Vortrag mit dem Titel „Berechenbarkeit: Löst der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas aus?“ hielt. Seitdem ist der Schmetterlingseffek eine beliebte Metapher für die ungleich grosse Wirkung, die eine unscheinbare Ursache haben kann.

Die Schwierigkeit mit dem Schmetterlingseffekt liegt darin, dass die Auswirkungen zwar markant sein können, jedoch unvorhersehbar bleiben. Man kann nicht sagen, wann, wo genau und ob sich überhaupt ein Effekt einstellen wird.

Der Schneeballeffekt
Der Schneeballeffekt ist eine Metapher für eine kumulative Kettenreaktion. Im Unterschied zum Schmetterlingseffekt ist wenigstens die Verlaufsrichtung vorhersagbar.

Beiden Metaphern ist gemeinsam, dass kleine Veränderungen weitreichende Auswirkungen haben können. Könnte nun der Schmetterlingseffekt einen Schneeballeffekt auslösen?

Stellen Sich sich vor, Sie würden um nur dem hundertsten Teil eines Grades von ihrerer Gehrichtung abweichen; zu Beginn bemerken Sie keine Veränderung, wo wären Sie jedoch 100 oder 1000 km weiter?

Wie kann man das Beste aus Schmetterlings- und Schneeballeffekt machen? Wie kann man kleine Veränderungen vornehmen, deren Wirkungsrichtung vorhersagbar ist? Und noch wichtiger: wie kann man verhindern, dass eine negative Veränderung, etwa ein Jobverlust, einen Schneeballeffekt auslöst und eine kumulative Lebensbeeinträchtigung bewirkt?

Der Schmetterlingseffekt erinnert uns daran, dass nicht alles im Leben kontrollierbar ist. Der Schneeballeffekt hingegen zeigt, dass gewisse Tendenzen und Richtungen doch vorhersehbar sind. Besteht Klarheit darüber, was man will, was wichtig ist, können jederzeit kleine Anpassungen an der Gehrichtung vorgenommen werden. Kleine Veränderungen, konsequent vorgenommen, können einen Schneeballeffekt in eine angestrebte Richtung auslösen.

Der Mensch überschätzt gewaltig, was innerhalb eines Jahres möglich ist und unterschätzt ebenso gewaltig, was innerhalb von 10 Jahren möglich ist. Überlegen Sie mal: 10 Jahre sind genügend Zeit um alles zu werden, was man will! Und der erste erste Schritt kann etwas so unscheinbares sein, wie der Schlag eines Schmetterlingsflügels!

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Bild Rafaela Beddig